The Division im Test – Im Kampf zwischen Häuserschluchten

The Division ist eines der interessantesten Spiele, mit dem wir uns in den letzten Monaten beschäftigt haben. Agent zu spielen in der Post-Apokalypse war eine Kombination aus Rollenspiel und Taktik-Shooter, die wir in der Form noch nicht erleben durften.

Alleine oder Koop-Modus in einem Viererteam erkunden wir in The Division das virtuell angeschlagene New York, kämpfen gegen Feinde oder verbessern in der Basis die Ausrüstung und Eigenschaften unseres Agenten.

Kurz zur Story: Terroristen haben am Black Friday einen aggressiven Virus über US-Dollar-Noten in Umlauf gebracht. Durch den Konsumwahn der Menschen am umsatzstärksten Tag des Jahres verbreitet sich die Krankheit rasend schnell, ein Großteil der Bevölkerung stirbt binnen weniger Tage, das staatliche System bricht zusammen. Diese Katastrophe nutzen die Rioters, die Rikers, die Cleaners und das Last Man Battalion.

Jede Gruppe hat ihre eigenen Motive, die durch das Erkunden von Echos, Tonaufnahmen oder anderen digitalen Ressourceb in Erfahrung gebracht werden.

Die Stadt, die immer wach ist

Wir erkunden New York, bzw. Manhattan, können aber zahlreiche bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Freiheitsstatue oder den Central Park leider nicht sehen. Dafür ist Mid-Town aber detailgetreu verkleinert umgesetzt. Das Empire State Building und das Rockefeller Center befinden sich beide in der Dark Zone.

Leider schickt uns The Division nicht sehr oft ganz hoch hinaus. Trotzdem finden wir die Umsetzung des Big Apple für äußerst gelungen. Wäre der Rest der Stadt im Spiel auch so…

 Schneestürme, Regen oder strahlender Sonnenschein sowie der Tag-Nacht-Wechsel sorgen für optische Abwechslung.

Wenig Realismus in den Kämpfen

Die meisten Standardgegner sind mit zwei gezielten Schüssen per Sturmgewehr oder Shotgun auszuschalten. Bei den restlichen Waffen müssen wir schon schon deutlich öfters auf unsere Gegner schießen. Doch kämpfen wir dann gegen Elitesoldaten oder Endgegner, ist der Realismus komplett weg. Denn sie stecken im Solomodus einfach mal mehrere Magazine ein, ohne zu sterben.

Und im Koop-Modus mit bis zu drei Freunden können soclhe Schussgefechte selbst mehrere Minuten anndauern. Hier kommt das klassische Rollenspiel in The Division zum Vorschein. Der erzielte Schaden wird á la Borderlands mit Zahlen verdeutlicht.

Im Einzelspieler könnt ihr recht wenig mit Taktik anfangen. Ab zwei Spielern werden die Kämpfe deutlich abwechslungsreicher und dynamischer. Sich auf eine bestimmte Klasse zu skillen, macht erst in der Gruppe einen Sinn.

Gelungen ist das Deckungssystems. Hält man den Deckungsknopf gedrückt, sprintet der Agent geduckt von Deckung zu Deckung und nimmt weniger Schaden, als wenn er manuell gesprintet wäre. Teilweise fühlt es sich an wie bei Gears of War.

Das Waffenarsenal ist recht überschaubar und nicht sehr originell. Die Maschinengewehre und Schrotflinten sind alle sehr ähnlich und unterscheiden sich eher durch die Farbe im Inventar, als durch besondere Eigenschaften.

Leveln á la Diablo 3

Vor allem das Aufleveln der eigenen Basis im U.S. General Post Office erinnert stark an das System aus Diablo 3. In Diablo steigen Händler in Stufen auf, damit sie ihr Angebot verbessern können. In The Division hingegen verbessern wir die drei Teilbereiche der Basis: den Medizin, Sicherheits- und Technikflügel. Auf den Straßen von New York treffen wir keine weiteren Spieler. Erst in den Safe Zones und in der Dark Zone werden andere, aber nie alle Onlinespieler sichtbar. Die Karte ist in Stadtteile aufgeteilt, die nach Level-Bereichen sortiert sind. Sind wir weit über dem vorgeschlagenen Level für ein Gebiet, werden alle Gegner mindestens auf ein Level hochgestuft, das fünf Stufen unter unserem liegt.

Unser Ablauf ist dabei immer derselbe: Erst finden wir das Safe House, dann holen wir uns die Missionen ab und danach geht es an die Missionen. Dabei gibt es immer fünf gleiche Missionstypen, in denen wir entweder Geiseln befreien, irgendwelche Schalter aktivieren oder Personen und Computer verteidigen. Währenddessen stören uns Gegnerwellen. Ist die eine Gruppe besiegt, kommt eine neue aus der anderen Richtung. Mit der Zeit wird es etwas monoton, aber was tut man nicht alles um Erfahrungspunkte für den levelaufstieg zu erhalten.

Auch die 14 Hauptmissionen sind nicht origineller als die Nebeneinsätze. Aber sie sehen optisch individueller aus.

Willkommen in der Dark Zone

Im Zentrum der Karte von The Division liegt die Dark Zone, ein stark infizierter Bereich. In diesem Gebiet warten neben den stärksten NPCs auch viele weitere Spieler auf euch.

Hier könnt ihr dann einen Angriff auf andere Spieler starten und ihnen ihre Beute klauen. Nachdem ihr eine bestimmt Anzahl an Gegenständen eingesammelt habt, müsst ihr diese an bestimmten Punkten der Karte von einem Helikopter abholen lassen, um sie zu dekontaminieren. Erst wenn der Prozess durch ist, könnt ihr die Gegenstände im Hauptquartier abholen.

An den wenigen Extraktionspunktefinden finden sich häufig gleich mehrere Spieler ein, um ihre Beute in Sicherheit zu bringen. Der Helikopter kann nur eine bestimmte Anzahl an Gegenständen mitnehmen. Das führt natürlich nach der Gier nach besseren Gegenständen. Somit sind Schusswechsel zwischen Spielern keine Seltenheit.

Für Einzelspieler ist die Dark Zone ein Suizidkommando, da Gruppen von Spielern immer einen Vorteil gegenüber Einzelkämpfern haben. Doch mit guten Taktiken können auch Solospieler in der Dark Zone überleben. Wir bevorzugen aber das Spielen zu viert. Als besonders hilfreich ist die Sprachkommunikation, welche auch technisch toll umgesetzt ist. Je nachdem wie weit Spieler weg sind, hört man sie lauter oder leiser.

Verfügbarkeit

The Division soll noch drei größere Erweiterungen im Verlauf dieses Jahres erhalten, aktuell sind sie bereits durch den Season Pass neben ein paar Militärkostümen zu kaufen.

The Division ist für Playstation 4, Xbox One und den PC im Handel oder als Download über das Playstation Network und Xbox Live erhältlich. Der Preis liegt bei 70 Euro für die Konsolenversion und 60 Euro für die PC-Fassung. Auf dem PC werden Uplay und eine aktive Internetverbindung vorausgesetzt.

Um auf den Konsolen in die Dark Zone zu können, braucht ihr ein aktives Abonnement von Xbox Live oder Playstation Plus.

Fazit

Zwei Dinge werden wir beim Testen von The Division nie vergessen: zum einen die spannenden Kämpfe in der Dark Zone, bei denen einfach alles passieren kann, vom Beschuss durch andere Spieler bis hin zum mehrmaligen Wechsel der Beute und die atemberaubende Spielwelt. Der hohe Detailgrad von New York im Spiel ist derzeit kaum mit etwas anderem zu vergleichen. Jedes mal waren wir bei der Erkundung der Straßenschluchten erstaund und haben den Zerstörungsgrad genaustens unter die Lupe genommen.

Spielerisch ist The Division für Einzelspieler solide. Das Rollenspielsystem ist umfangreich, aber nicht zu kompliziert. Auch Die Sucht nach immer besserer Ausrüstung ist ganz klar vorhanden. Was wir schade finden, ist das monotone Waffen- und Ausrüstungsdesign. Da haben Borderlands oder Destiny deutlich die Nase vorne . Das Gleiche gilt auch für die verschiedenen Gegner. Enttäuschend ist auch der Charaktereditor mit lediglich acht Gesichtern pro Geschlecht. Auch das sich immer wiederholende Missionsdesign zieht das Spiel unnötig in die Länge. Somit geht der Fokus auf die eigentlichen Stärken des SPiels verloren. Klar macht das Abknallen immer gleichen Gegner gemeinsam mit ein paar Freunden eine Menge Spaß, aber das eigentliche Potenzial von The Division wird dadruch nicht entfaltet. Daher empfehlen wir das Actionrollenspiel vor allem Koop-Fans, die New York als Szenario spannend finden und richtig viel Lust auf die Dark Zone haben.

 

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