Quantum Break im Test – Aus der Zeit katapultiert

Quantum Break (Xbox One, Windows 10) bietet spannende Unterhaltung und coole Kämpfe in altmodisch. 

In Quantum Break spielen wir Jack, auf den noch ein großes Abenteuer auf ihn wartet. Alles fängt ganz harmlos an der Universität des US-Städtchens Riverport an. Ein alter Kumpel möchte ihn nach Jahren wiedersehen – um vier Uhr morgens. Dabei möchte unser Freund mit uns zusammen ein nicht ganz legales Experiment mit der Zeit durchführen und dabei geht natürlich etwas schief. Unser Job ist es, die Sache wieder in Ordnung zu bringen, und gleichzeitig gegen die mächtig-mysteriöse Firma Monarch und ihre Söldner zu kämpfen.Mit der Pistole geben wir einem zeit-frostgeschocktem Gegner den Rest. (Screenshot: Golem.de)

Quantum Break spielt sich wie ein sehr lineares Old-School-Actionspiel. Storyelemente und Kämpfe wechseln sich dabei ab. Dazu kommen immer wieder einfache Rätsel, welche auch die Zeit nutzen. So können wir uns auf heruntergefallene Stahlplatten stellen und uns dann auf eine höhere Etage tragen lassen, indem wir mit einem Knopfdruck die Zeit zurückdrehen.

Die Handlung von Quantum Break wirkt sehr ausgefeilt und bleibt trotz vieler Wendungen jederzeit nachvollziehbar.

Daran hat Jack großen Anteil. Er ist wie ein ganz normaler sympathischer Typ, aber nicht der Klügste. Das ist auch gut so, denn so können die vielen Nebenfiguren,  uns die Zeit-Sachen und was sonst noch wichtig ist in ein paar Sätzen erklären, ohne dabei sehr in die Details zu gehen.

TV-Miniserie ist mit dabei

Zudem tragen auch die mehreren Stunden gefilmtes Videomaterial zur atemberaubenden Handlung bei. Nachdem ein Kapitel abgeschlossen, können wir uns mehrfach rund 20 Minuten lange Filme anschauen, die wie eine TV-Serie aussehen. So sehen die vertrauten Ingame-Figuren ganz anders und natürlich besser aus, dafür wirken viele Umgebungen kulissenhaft und weniger spektakulär als die im eigentlichen Spiel.

Übrigens bekommen wir in einem Durchgang von Quantum Break nicht alle dieser Videosequenzen zu sehen. An sogenannten Knotenpunkten müssen wir eine Wahl zwischen einem menschlicheren oder einem etwas brutaleren Vorgehen von bestimmten Protagonisten treffen. Diese Wahl hat natürlich Auswirkungen auf die Gesamthandlung, aber die wichtigsten Elemente der Story bleiben zu großen Teilen unverändert.

Auch die Zeit spielt in den Kämpfen eine wichtige Rolle. Durch Chronos-Superkräfte kann Jack einen Feind in einer Zeitblase verlangsamen, sich mit extrem hoher Geschwindigkeit bewegen und sogar regelrechte Zeit-Explosionen auslösen.

Grafik

In den meisten Fällen können wir aus der Deckung kämpfen, etwa hinter Mauern. Feinde sehen wir mit einer weiteren Zeitkraft rot, und wenn sie sich uns zu sehr nähern, setzen wir sie mit unseren Spezialfähigkeiten fest – den Rest erledigt dann unsere gute alte Schrotflinte oder die Maschinenpistole. Etwas anspruchsvoller als die Standardgegner sind bestimmte Feinde, die selbst über gewisse Zeitkräfte verfügen.

Insgesamt sind die Kämpfe zumindest im mittleren der drei Schwierigkeitsgrade sehr fair, abwechslungsreich und spaßig. Wir müssen uns immer wieder neue Taktiken überlegen und etwa auf neu ankommende Feinde einstellen, uns mit unserem Zeitschild bei größeren Gegnergruppen schützen, ab und zu die Stellung wechseln und agil bleiben.

Grafisch macht das Spiel einen mittelmäßigen Eindruck. Vielen Texturen und Lichteffekten fehlt es an Details und sind recht veraltet. Dadurch fällt der Wechsel zwischen der mäßigen Ingame-Optik sowie den etwas schöneren Rendersequenzen und den Full-HD-Streaming-Filmen stark auf. Doch es gibt auch einige Ingame-Szenen mit tollen Animationen, bei denen sich durch die Zeitkräfte die gesamte Umgebung rund um Jack Joyce auf atemberaubende Art verändert, so dass der Gesamteindruck dann doch wieder recht gut ist. Auf der Xbox One wird die Grafik übrigens in 720p-Auflösung (1280 × 720 Pixel) berechnet und dann hochskaliert.

Quantum Break ist ab dem 5. April 2016 für Xbox One und Windows 10 für rund 70 Euro verfügbar. Die PC-Fassung gibt es nur im Windows Store, außerdem sollten Spieler die recht hohen Hardware-Anforderungen beachten. Xbox One Besitzer können die insgesamt knapp 76 GByte Video-Streamdateien auf die Festplatte laden und dann offline abspielen, auf dem PC soll es diese Möglichkeit nicht geben. Ein Multiplayer- oder Koop-Modus sind leider nicht dabei. Die Übersetzung und Sprachausgabe machten einen sehr guten Eindruck, die USK hat dem Titel eine Freigabe ab 16 Jahren erteilt.

Fazit

Mit Quantum Break kann man eine richtig gute Zeit haben! Die Handlung ist interessant und komplex, jedoch immer nachvollziehbar. Dazu kommt das Kampfsystem bei der man das Element Zeit nutzen kann. Anhalten, verlangsamen, beschleunigen und mehr – das gefällt uns hervorragend.

Da Quantum Break so viele Stärken hat, fallen die weniger gelungenen Dinge umso deutlicher auf. Neben der teilweise guten Grafik etwa gibt es auch Szenen, die ziemlich peinlich aussehen. Auch die Echtwelt-Filmsequenzen sind jetzt auf keinem Blockbuster-Niveau. Der Atmosphäre schaden sie eher.

Zudem kommt noch dazu, dass alle Beteiligten uns ständig mit ernster Miene erzählen, dass das Ende der Zeit bevorsteht. Aber dennoch kommt bei uns kein Katastrophen-Feling auf.

Langeweile tritt bei Quantum Break sicher nicht auf. Wem die Handlung auf Anhieb zuspricht, bekommt ein paar Abende lang sehr unterhaltsame, sehr aufwendig inszenierte Action geboten. Doch einen Hit, an den man sich in auch in der Zukunft noch zurück erinnert, hat das Entwicklerstudio Remedy diesmal aber nicht abgeliefert.

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