Deponia 4: Doomsday im Test – Irriwtzige Zeitreise mit Rufus

Hier sind unsere ersten Eindrücke von Deponia 4: Doomsday. Auch im vierten Abenteuers von Rufus bekommen die Fans der Reihe all das geboten, was sie gewohnt sind. Von schwarzen Humor über verrückte Charaktere bis hin zu einem Protagonist, der mehr zerstört, als er rettet.

Dem  Entwickler Daedalic Entertainment ist mit der Geheimhaltung von Deponia Doomsday bis wenige Tage vor Release ein Wunder gelungen, der in der heutigen Zeit voll mit Leaks kaum noch vorstellbar war. Statt in einer Box kommt das Adventure für lediglich knapp 10 Euro auf der Cover-DVD der Computer Bild Spiele, und für 30 Euro auf Steam und später irgendwann auch auf klassischem Vertriebswege.

Eins vorweg: Der vierte Deponia-Teil wird wieder genau so überdreht, sympathisch und voll von schrillen Figuren, wie ihr es von der Trilogie gewohnt seid.

Doch ein Nachfolger

Dabei sollte es nie eine Fortsetzung geben. Denn das hat Daedalic nach der Veröffentlichung von Goodbye Deponia immer versichert. Es ist wohl nun anders gekommen und die meisten Fans dürften sich darüber freuen. Zu Beginn von Deponia Doomsday geben die Macher allerdings noch keinen Einblick, wie sie das Ende der Trilogie aufgreifen und auflösen.

Stattdessen bekommt ihr eine Zeitreise-Geschichte geboten. Nach einem kurzen Auftakt innerhalb einer trostlosen Zukunftsvision, ist Rufus zurück in seiner Heimatstadt auf Deponia noch bevor all die Ereignisse aus der Trilogie stattgefunden haben. Aber Rufus kann sich in Bruchstücke an seine zukünftigen Abenteuer erinnern. Heißt es etwa, dass all die Ereignisse von Deponia 1-3 nur ein Traumwaren? Das gilt es herauszufinden.

Altbekannt, altbewährt

Bereits in den ersten Szenen erkennt der Deponia-Fan den typischen Stil der Reihe. Mit hübsch gezeichneten Schauplätzen und Charakteren bleibt Doomsday seinen Vorgängern treu. Mit Wenzel, Toni, Lotti und anderen kehren viele bekannte Figuren zurück. Darüber hinaus gibt es rund 70 neue abgefahrene Charaktere im Spiel. Alle Haupt- und Nebenrollen sind TOP besetzt. Neben bekannten Schauplätzen wie Lonzos Kneipe, vermeiden die Entwickler jedoch zu viele Wiederholungen der Schauplätze mit dem Vorgänger.

Deponia Doomsday ist sehr viel geradliniger erzählt, mit weniger Schauplätzen und Figuren pro Kapitel. Das macht es deutlich einfacher und insgesamt einen Tick schwächer, jedoch dürfte das all jenen wiederum besser gefallen, denen die Vorgänger zu offen strukturiert und zu verwirrend erzählt waren.

Deponia Doomsday startet vor den Ereignissen des ersten Teils, sprich Rufus ist noch mit seiner Freundin Toni zusammen und sucht nach einer Möglichkeit, Deponia zu verlassen und nach Elysium zu gelangen. Sein Treffen mit Goal, der Kampf gegen den Organon und die baldige Zerstörung des Planeten waren lediglich ein böser Traum. Oder war es doch eine Vision?

Wie es von einem Daedalic-Spiel zu erwarten war, ist alles anders, als es scheint, und am Ende so verstrickt, dass man kaum noch irgendwas versteht. Im Laufe der Story findet Rufus eine Zeitmaschine, welcher er nutzen will, um alles besser zu machen – seine Beziehung zu Toni zu retten zum Beispiel. Und wenn das auch nicht klappt, hat Rufus stets Plan A-Z parat, auf die er notfalls ausweichen kann.

Rufus bleibt der Alte

Wie wir all Rufus kennen, verfielfältigt er das angerichtete Chaos statt es zu beseitigen und schwört eher die drohende Apokalypse heraus, die er eigentlich abzuwenden versucht. Mit jedem Versuch, den drohenden Doomsday zu verhinden, wird es nur noch schlimmer (zerstörte Planeten, abgestürzte Raumstationen und selbst verschuldete Monsterapokalypsen).

 

Fazit

Deponia Doosmday bietet euch wieder die alt bekannten Rätsel á la Daedalic an und erfordern ein ums andere Mal das um die Ecke denken. So müsst ihr zum Beispiel um einen Aluhut zu bekommen, erst einen Dartwettbewerb gewinnen, um mit dem Preis eine Eiswürfelmaschine anzuschmeißen. Die Eiswürfel lasst ihr zu Wasser zerschmelzen, welches genutzt wird, um eine Folienkartoffel abzukühlen. Die Alufolie nehmt ihr dann von der Kartofel ab und schon habt ihr den ersten Teil des Aluhuts. Durch eine Hotspot-Anzeige erfahrt ihr, wo alle interaktiven Objekte zu finden sind. Solltet ihr mal gar nicht weiter kommen, heißt es rumprobieren bis es klappt. Eine optionale Hilfe mit Lösungshinweisen gibt es auch im vierten Teil von Deponia nicht.

Alles in allem macht Deponia Doomsday bereits nach kurzer Spielzeit sehr viel richtig. Es bringt mich schnell wieder in seine schräge Welt. Der Humor ist genau so dreckig und schwarz, wie man es kennt. Dabei nehmen die Entwickler sogar die Kritik am Ende von Goodbye Deponia auf den Arm und machen immer wieder Anspielungen auf die nun doch erfolgte Fortsetzung.

Wer die Deponia-Teile mit ihrem Humor und kniffligen Rätsel gemocht hat, findet auch in Doomsday seinen Spaß. Für alle Knobel-Hasser unter uns, sollten das Spiel dann doch nicht kaufen.

Das Adventure erscheint am 1. März 2016 für PC, Mac und Linux.

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