Agents of Mayhem im Test – Action, Humor & coole Superhelden

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Früher wollte die Saints Row ein Konkurrent für Grand Theft Auto sein, jetzt wirkt der Ableger Agents of Mayhem stellenweise wie der kleine Einzelspieler-Bruder von Overwatch. Trotz Schwächen bietet das Programm gute Unterhaltung – und 15 Schwierigkeitsstufen.

Zwölf coole Superagenten nehmen in Seoul den Kampf gegen die böse Terrororganisation Legion auf. Da sind der Navy-Veteran Hardtack, der mit Schrotflinte und Harpune in den Kampf zieht, die Ninja-Lady Scheherazade, die unsichtbar und pfeilschnell mit einem Samurai-Schwert durch die Gegner wirbelt oder der japanische Killer Oni, der mit einer schallgedämpften Pistole Jagd auf die Feinde macht – und so viele mehr.

Das typische Spielprinzip

Von einer fliegenden Geheimbasis aus startet ein selbst ausgewähltes Agenten-Trio in die Mission. Dann geht es mit einem der Fahrzeuge aus dem Fuhrpark zum Checkpoint und ab in den Kampf.

Die sprechenden Autos der Spione verfügen selbstredend über zuschaltbaren Turbo-Antrieb

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor jeder Mission stellen wir einen Dreiertrupp zusammen, doch die meisten der zwölf Helden müssen allerdings durch das Absolvieren von Aufgaben erst freigeschaltet werden. Im Einsatz wird dann einfach auf Knopfdruck zwischen den drei Charakteren gewechselt, wenn ihnen mal die Puste ausgeht.

Die jeweils inaktiven Agenten erholen sich und ihre Skills. Wenn einer der Agenten alle Lebenspunkte verloren hat, wird automatisch ein verbliebener Kollege aktiviert. Erst wenn alle drei Helden erledigt sind, müssen wir vom letzten Speicherpunkt aus neu starten. Unter anderem lassen sich besiegte Agenten durch sammelbare Objekte wiederbeleben.

Die italienische Agentin Joule kann ein Geschütz aufbauen und ballert per Strahlenwaffe auf ihre Feinde

Open-World enttäuscht

Zeitweise fühlt sich „Agents of Mayhem“ wie ein Online-Shooter für Solospieler an. Das Spiel hat seinen eigenen Stil und durchaus seinen Reiz. Den größten Spaß macht es, alle zwölf Helden in jeweils eigenen Charakter-Missionen zu rekrutieren, sie mit Dutzenden Spezial-Fähigkeiten und Gadgets auszustatten und dann immer wieder neue Team-Kombinationen zu bilden. Auch die Aufträge in der Story bieten etwas Abwechslung und den ein oder anderen spannenden Boss-Kampf.

Die Schwierigkeit wir vor jedem Einsatz neu gewählt. Dabei gibt es eine Auswahl von sage und schreibe 15 Stufen! Je höher der ausgewählte Grad, desto mehr Erfahrungspunkte für die Talentbäume unserer Helden bekommen wir, und desto schneller erhalten wir Superwaffen und Extraausrüstung. Die Spieldauer dürfte allein für die Haupthandlung bei rund 20 Stunden liegen, dazu kommen aber noch richtig viele zusätzliche Jobs und sonstiger Kleinkram, den wir zum Teil in einem über Seoul schwebenden Hauptquartier erledigen.

Leider bleibt das Open-World Gefühl bei Agents of Mayhem auf der Strecke. Die Standard-Missionen führen immer wieder in die gleichen unterirdischen Legion-Bunker, in denen man gegen die immer gleichen Gegner kämpft. Zwar jagt das Trio an der Oberfläche Gegnerfahrzeuge, erobert Stützpunkte oder bekämpft Patrouillen, doch die neon-bunte Spielwelt bietet nur wenig Anreiz zur Erkundung, wirkt steril und leblos.

Ähnlich wie in Overwatch gibt es zu jeder Figur eine Hintergrundgeschichte. Die Vorstellungsvideos sind trotz sonst überwiegend humorigen Tonfalls nicht immer lustig. Der überwiegende Teil der Story ist trotzdem schrill bis schräg, aber leider eher mehr wirr als nachvollziehbar erzählt.

Denn die meisten größeren Einsätze hangeln sich an der Haupthandlung entlang und so ist selten klar, was wir da aus welchen Gründen genau tun. Spielerisch ist das aber überhaupt kein Problem!

Im Seoul der Zukunft geht es oft hoch hinaus. Gut, dass einige der Agenten mit Dreifach-Sprüngen auch größere Hindernisse überwinden

Fazit

Agents of Mayhem bietet dauerhaft Action. Dauernd gibt es neue Upgrades, Skins, Gadgets oder sonstige Extras. Jäger und Sammler kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Auch das System der durchwechselbaren Hauptfiguren ist gelungen, weil die teils witzigen Spezialfähigkeiten gut aufeinander abgestimmt wirken.

Doch nicht alles in Agents of Mayhem ist gelungen. So wird die anfangs vielversprechende Story schnell wirr. Auch das virtuelle Seoul ist kaum mehr als Kulisse zu sehen. Die Grafik hat seine Höhen und Tiefen: einerseits bunt und effektvoll, anderseits detailarm und steril.

Dennoch: Für einige Stunden kurzweiligen Ballerspaß sind die Comic-Spione aber allemal gut. Der teils derbe Humor sorgt für Lacher und es gibt wirklich immer etwas zu tun. Wer locker-flockige Action für den Rest des Sommers sucht, wird mit bei Shooter nicht enttäuscht werden.

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