Pokémon Tekken im Test – Das bessere Pokemon Stadium

Schon bei Pokémon Stadium träumten wir davon, wie cool es wäre, die Pokémon selbst zu kontrollieren. 17 Jahre später erscheint Pokémon Tekken, eine Mischung aus Namcos Fighting-Game-Marke mit der Welt von Pikachu und Co. Bedeutet das, dass die Pokémon zu brutalen Schlägertypen mutiert sind?

In den Gameboy-Spielen Pokémon Rot, Blau und Gelb ist man immer nur als Trainer unterwegs, der gefangene Pokémon in den Kampf schickt und ihnen Befehle gibt. Man steuert sie nie direkt – doch bei Pokémon Tekken ist es anders!

Pokémon Tekken besitzt ein komplett eigenes Kampfsystem, das sich von Namcos Fighting-Game-Reihe sehr stark unterscheidet.

Alleine beim Szenario merkt man das. Auch die Story bleibt der Ur-Story treu: Man ist neuer Pokémon-Trainer und muss mich in einer neuen Region an die Spitze der Liga kämpfen. Neben dem Weg an die Kämpfer-Spitze gibt’s im Einzelspielermodus auch noch eine Nebengeschichte, die von einem bestochenen Mewtu und dessen Trainerin handelt.

Im Solo-Modus kämpft man gegen einer endlosen Zahl anderer Trainer. Abseits davon kann ich mir neue Hüte, Sonnenbrillen und Hemden für meinen Menü-Avatar kaufen oder der Match-Kommentatorin andere Outfits anziehen.

Der 2D- und 3D-Kampf

Was dem Spiel gut gelingt, ist die Umsetzung der Pokemon-Kämpfe aus Anime, Manga und der Spielvorlage. Sogar die neuen Mega-Evolutionen aus Pokémon X und Y haben es ins Spiel geschafft. Einer der großen Stärken von Pokémon Tekken sind die grandiosen Effekte der verschiedenen Elementarattacken.

Wie in jedem Beat’em Up Game laufen die Kämpfe in Echtzeit ab und bewegen sich sowohl auf einer 3D-, als auch auf einer 2D-Ebene. Aus lediglich 16 Pokemon wählen wir unsere Favoriten. Dann haben wir zwei Runden Zeit unseren Gegner zu besiegen. Treffen wir oft genug unseren gegner und landen einen sogenannten Phasenangriff, wechselt der Kampf in die 2D-Seitenansicht.

Hier spielt sich Pokémon Tekken wie ein klassiches Tekken. Während wir Schlag-Kombos aus dem Stand oder Sprung austeilen, unsere Gegner werfen, Attacken blocken und kontern, füllt sich eine Ultra-Leiste. Bei voller Ladung können wir einen starken Ultra-Move ausüben.Was ganz besonders in diesem Spiel ist: Vor jeder Runde werden zwei Support-Pokémon, die im Kampf kurz aufgerufen werden können, damit sie etwa einen Spezialangriff anwenden oder unseren Angriff verstärken können.

Die Phasen

Der Wechsel zwischen 2D- und 3D-Phase wurde exzellent ins Spiel integriert und gibt dem Kampf eine gewisse Dynamik. So sind wir dauernd damit beschäftigt, die Strategie des Gegners zu lesen, einen Konter einzuleiten, ihn in die 2D-Kampfphase zu prügeln und dann eine Kombo-Kette zu setzen. Mit all den Elementarattacken ist Pokémon Tekken unheimlich schnell, bunt und action-geladen.

Allerdings bekommt das Spiel nicht wirklich den Oscar in Sachen Optik. Die Texturen der Pokémon-Kämpfer wirken grob. Hier ist Super Smash Bros. deutlich hübscher. Im Einzelspieler sorgen der viel zu einfache Schwierigkeitsgrad und die überschaubare Auswahl von lediglich 36 Pokémon für Eintönigkeit. Bis die ersten härteren Kämpfe kommen, muss man in der Liga um die 50 Kämpfe bestreiten.

Online gegen Langweile

Bei einem Beat’em Up Game steckt in jedem Charakter enorm viel Detailarbeit drin und das merkt man auch bei Pokémon Tekken. Jedes Pokémon spielt sich abwechslungsreich und einzigartig, aber ab dem 30. CPU-Kampf wird einem doch schnell langweilig. Deshalb solltet ihr den Online-Modus nutzen. Denn jeder Kampf gegen einen anderen Spieler ist anders. Das Matchmaking funktioniert auf der WiiU zumindest im Ranked Match hervorragend. Man kann ohne Probleme von einem Gefecht ins nächste springen.

Unterm Strich spielt sich Pokemon Tekken trotz der netten Mewtu-Story im Solo-Modus recht eintönig. Nichtsdestotrotz ist es ein kleveres Kampfsystem, mit dem wir vor allem im Multiplayer enorm viel Spaß haben.

Fazit

Auch wenn der Umfang etwas überschaubar ist, zu wenig Pokémon zur Auswahl stehen und Story etwas lieblos erzählt ist, werdet ihr von den Kämpfen begeistert sein! Die Kämpfe haben das perfekte Tempo –schnell und actionreich, aber nicht zu schnell, um noch strategische Entscheidungen fällen zu können. Sie sind nicht überladen, haben dennoch genug Tiefe, und sind durch den Phasenwechsels strukturierter als die der Konkurrenz. Allein der Anblick der toll aussehenden, detailreichen Hintergründen, tollen Pokémon-Animationen und der spektakulär animierten Attacken lässt das Herz jeden Serien-Fans höher schlagen. Pokémon Tekken weist diesen hohen Standard der Pokémon-Reihe auf  und brauch sich vor der Konkurrenz in Form von Super Smash Bros. oder Street Fighter 5  nicht verstecken.

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