Get Even im Test – Atmosphärisch hui, doch spielerisch pfui

Eine verrückte Reise durch Erinnerungen: Get Even im Test für die Playstation 4

Get Even wirkt zunächst wie ein klassischer Shooter, entwickelt sich sehr schnell als etwas Einzigartiges, wie ein Mix aus dem Horror Game Outlast und The Stanley Parable. Ob das gut geht?  

Der polnische Entwickler Farm 51 ist nicht jedem geläufig, fanden letztlich mit Bandai Namco aber doch noch einen Publisher, der in Get Even Potenzial sah.

Ihr spielt den ehemaligen Söldners Cole Black und kommt in einem verlassenen Gebäude zu euch. Ohne Erinnerung, dafür mit ausgerüstet mit Smartphone und Schusswaffe, macht ihr euch auf dem Weg. Wenig später findet ihr ein gefesseltes Mädchen mit umgeschnallter Bombe. Ihr wollt sie entschärfen, doch die Bombe geht hoch. Ihr wisst weder was passiert, wer war das Mädchen ist, noch warum ihr sie retten musstet. Die Antworten zu finden, ist Ziel des Spiels.

Später wird klar, dass das ganze Szenario nur eine Replizierung von Blacks Erinnerungen. Möglich gemacht durch ein Gerät am Kopf, das an eine VR-Brille erinnert. Mit der sogenannten Pandora lassen sich Erinnerungen für den Träger nochmal durchleben. Verantwortlich dafür ist eine Person namens Red, die mit euch über euer Smartphone oder anderen Bildschirmen im Spiel kommuniziert.

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Die Motive von Red sind anfangs unklar. Wichtig ist ihr nur, dass ihr die Behandlung fortsetzt. So reist ihr von nun an durch Blacks Unterbewusstsein und sucht nach Antworten. Dabei begebt ihr euch in verschiedene Zeitebenen und könnt zunehmend immer weniger beurteilen, ob das gerade Erlebte echt ist oder ihr euch in einer Simulation befindet. Zur Story möchte ich gar nicht mehr verraten. Get Even ist definitiv ein Titel, den jeder Spieler auf eigene Faust erkunden sollte.

Allheilmittel Smartphone

Als Spieler müsst ihr immer wieder euer Smartphone zücken, um nach Spuren zu suchen. Ob zum Analysieren von Beweismitteln, zum Verfolgen von Fußspuren mittels UV-Licht oder zum Finden einer Stromquelle mit der Wärmebildkamera.Get Even 2 - image/jpeg

Diverse Rätsel sind recht knifflig und haben uns gerne mal mit dem ein oder anderen Fragezeichen dastehen gelassen. Die Schusswaffen selbst kamen eher selten zum Einsatz und genau da spielt Get Even seine Stärke aus. Da hilft auch die nette, um die Ecke schießende “Corner Gun”.

Die Gegner sind anicht besonders klever und die Gefahr auf Munitionsverknappung läuft gegen Null. Das raubt uns leider die Angst vor dem Unbekannten.

Get Even 3 - image/jpegTrotz aller Kritik bietet das Game eine hervorragende Stimmung. hoch zehn. Allein die Grafik punktet mit teilweise fotorealistischen Kulissen. Hervorzuheben sind die Spielabschnitte in den verlassenen Gemäuern, welche dank 3D-Scans fabelhaft aussehen. Unterstützend wirken auch die Lichteffekte, die klasse in Szene gesetzt werden und somit einzelne Szenerien optisch nochmal aufwerten. Doch nicht jede Area ist auf dem optisch hohen Niveau und auch die Qualität der Gesichter der Charaktere bzw. der NPCs wurde etwas vernachlässigt

Eins der Highlights bei Get Even ist der Sound, welcher durch ein 3D-fähiges Headset mithilfe der Auro-3D Technology außerordentlich überzeugt.

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Fazit

Ist es ein Shooter? Ein Puzzle-Game? Ein Horror-Adventure? – Man kann auf Anhieb nicht sagen, was Get Even genau ist. Das spielt aber hier überhaupt keine Rolle, denn Get Even ist eine Mischung von allem und schafft damit etwas Neues.

Das ungewohnte Gameplay und der Spagat zwischen Genres macht unheimlich Spaß. Mit einer Spielzeit von maximal zehn Stunden, liefern Farm 51wir ein knackiges Spiel, das spielerisch komplett neu ist.

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