
Mit Turok: Origins feiert eine echte Gaming-Ikone ihre Rückkehr – und auf der gamescom 2026 konnten wir selbst Hand an den neuen Dino-Shooter legen. Nach unserer Anspielsession steht fest: Turok ist zurück und hat einiges vor.
Ende der 90er-Jahre gehörte Turok zu den prägendsten Shootern seiner Zeit. Die Reihe verband weitläufige 3D-Welten mit rasanter Action und schuf damit ein Spielerlebnis, das für damalige Verhältnisse alles andere als selbstverständlich war.
Die dichte Atmosphäre, die für damalige Verhältnisse beeindruckende Grafik und die beklemmende Soundkulisse machten Turok zu einem besonderen Shooter-Erlebnis. Der Auftakt der Reihe, Turok: Dinosaur Hunter, erschien 1997 für Nintendo 64 und PC und legte damit den Grundstein für eine bis heute bekannte Shooter-Serie.

Mit zahlreichen Ablegern und einigen Spin-offs blieb Turok über Jahre hinweg ein fester Bestandteil der Gaming-Landschaft. Nach Turok aus dem Jahr 2008 wurde es jedoch ruhig um die Reihe. Abgesehen von Turok: Escape from Lost Valley und einigen Remastern älterer Teile gab es lange Zeit keinen echten Nachfolger.
Das änderte sich im Dezember 2024, als Saber Interactive überraschend Turok: Origins ankündigte. Der neue Teil soll als Reboot fungieren und die Dino-Action nach vielen Jahren zurück auf die große Bühne bringen.
Auf der gamescom 2026 konnten wir Turok: Origins nun ausführlich anspielen und herausfinden, ob das Reboot tatsächlich das Zeug dazu hat, die traditionsreiche Reihe erfolgreich wiederzubeleben – und was den neuen Dino-Shooter besonders macht.
Turok muss mal wieder die Welt retten
In Turok: Origins schlüpfen wir in die Rolle eines futuristischen Kriegers, der sich einer außerirdischen Bedrohung namens „Xenia“ entgegenstellen muss. Die reptilienartige Alienrasse ist den Menschen feindlich gesinnt und verfolgt ihre eigenen Ziele.
Quer durch die Galaxis entbrennen erbitterte Schlachten, in denen sich die Menschheit gegen die Xenia zur Wehr setzen muss. Dabei steht nicht weniger als das Überleben der gesamten menschlichen Spezies auf dem Spiel.
Drei Klassen für jeden Spielstil
Schon zu Beginn von Turok: Origins fällt eine wichtige Entscheidung: Welche der drei verfügbaren Klassen soll den eigenen Charakter im Kampf bestimmen? Zur Auswahl stehen Puma, Bison und Rabe, die sich nicht nur bei ihrer Bewaffnung, sondern auch bei ihren Fähigkeiten und ihrem Spielstil voneinander unterscheiden.
Der Puma übernimmt dabei die Rolle des offensiven Waffen-Spezialisten. Wer gerne direkt ins Gefecht geht und ordentlich Schaden austeilt, dürfte mit dieser Klasse gut bedient sein. Neben einer eigenen Nahkampfwaffe stehen dem Puma verschiedene Schusswaffen zur Verfügung. Auch seine Spezialfähigkeiten sind entsprechend auf maximalen Schaden ausgelegt. Mit seiner Ultimate kann der Puma beispielsweise einen besonders mächtigen Bogen einsetzen, der für kurze Zeit über unbegrenzte Munition verfügt.
Der Bison schlägt dagegen einen deutlich defensiveren Weg ein. Mit einer schützenden Barriere kann er sich selbst und seine Mitspieler vor gegnerischen Angriffen bewahren und so gerade in besonders hektischen Gefechten für wichtige Unterstützung sorgen. Der Rabe setzt wiederum stärker auf offensive Spezialfähigkeiten und kann unter anderem Feuerbälle auf heranstürmende Gegner schleudern.
Der Rabe, im Original Raven, nimmt wiederum eine deutlich mystischere Rolle ein. Seine Fähigkeiten setzen stärker auf Elementarangriffe und bieten damit eine gute Möglichkeit, mehrere Gegner gleichzeitig unter Druck zu setzen. So kann der Rabe beispielsweise Feuerbälle auf heranstürmende Feinde schleudern und damit auch aus größerer Entfernung ordentlich Schaden verursachen. Dadurch eignet sich die Klasse besonders für Spieler, die lieber etwas mehr Abstand halten und ihre Gegner mit Spezialfähigkeiten bearbeiten.
Gerade im Zusammenspiel mehrerer Spieler entsteht dadurch ein interessantes taktisches Element. Die drei Klassen ergänzen sich und ermöglichen unterschiedliche Herangehensweisen an die Kämpfe. Wer seine Fähigkeiten geschickt miteinander kombiniert, kann die jeweiligen Stärken optimal ausspielen, anstatt einfach nur blind auf die Gegner zu feuern.
Unterstützung bei der Jagd auf die außerirdischen Gegner liefert außerdem ein Scanner. Mit diesem lassen sich die verschiedenen Schwachstellen der Feinde aufspüren. Wer diese gezielt angreift, kann die Gegner wesentlich schneller ausschalten. Besonders bei größeren und widerstandsfähigeren Feinden wird der Scanner damit zu einem wichtigen Bestandteil des Kampfsystems. Einfach nur Dauerfeuer zu geben, ist also nicht immer die beste Strategie.
Auch nach einem erfolgreichen Kampf wird das eigene Arsenal weiter ausgebaut. Besiegte Bossgegner hinterlassen ihre DNA, aus der sich die sogenannten „EchoSyncs“ gewinnen lassen. Diese dienen als Fortschrittsressource und ermöglichen es, neue Fähigkeiten freizuschalten und die gewählte Klasse weiterzuentwickeln.

Feinste Dino-Ballerei
Auf den ersten Blick könnte Turok: Origins wie ein gewöhnlicher Shooter wirken, der lediglich mit der bekannten Turok-Lizenz aufgewertet wurde. Nach einigen Minuten mit dem Controller zeigt sich allerdings schnell, dass deutlich mehr dahintersteckt. Die Dino-Ballerei spielt sich erstaunlich flüssig und entwickelt einen richtig guten Flow.
Sobald die verschiedenen Fähigkeiten und Spielmechaniken einmal verinnerlicht sind, geht es ordentlich zur Sache. Gegnerwellen werden mit einer Mischung aus Schusswaffen, Spezialfähigkeiten und gezielten Angriffen regelrecht auseinandergenommen. Mit zunehmender Spieldauer entsteht dabei dieses herrlich übertriebene Gefühl, kaum noch aufzuhalten zu sein – und genau das passt hervorragend zum klassischen Turok-Gefühl.
Natürlich braucht es zunächst etwas Eingewöhnungszeit. Die unterschiedlichen Klassen spielen sich jeweils anders und wollen entsprechend erst einmal verstanden werden. Wer ihre Stärken kennt und die Fähigkeiten geschickt miteinander kombiniert, wird allerdings schnell mit einem äußerst actionreichen und unterhaltsamen Shooter belohnt.
Die Kampagne bleibt linear, bietet aber kleine Freiheiten
Die Kampagne von Turok: Origins setzt nicht auf eine weitläufige Open World, sondern schickt uns durch überwiegend lineare Levelabschnitte. Der Ablauf ist dabei schnell klar: Durch die verschiedenen Areale kämpfen, Gegnerwellen überstehen und sich anschließend dem jeweiligen Boss entgegenstellen. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dabei nur selten.
Ganz strikt folgt das Spiel seinem vorgegebenen Weg allerdings nicht. Immer wieder gibt es kleinere Abzweigungen und versteckte Bereiche, die zum kurzen Abstecher einladen. Wer nicht einfach nur dem offensichtlichen Weg folgt, kann dabei das eine oder andere Geheimnis entdecken und die Umgebung etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Dennoch sollte man keine großen Erkundungstouren erwarten. Turok: Origins bleibt seinem linearen Aufbau weitgehend treu und konzentriert sich klar auf die Action. Auch die verschiedenen Nebenaufgaben ändern daran nur wenig. Sie sorgen zwar für etwas Abwechslung zwischen den Gefechten, fallen insgesamt aber eher klein aus und rücken schnell wieder in den Hintergrund.
Der Mehrspielermodus fetzt einach!
Eine der größten Stärken von Turok: Origins zeigt sich vor allem im Mehrspielermodus. Mit bis zu drei weiteren Mitspielern geht es gemeinsam durch die verschiedenen Level, wobei die unterschiedlichen Klassen ihre Stärken voll ausspielen können. Während eine Klasse ordentlich Schaden austeilt, sorgt eine andere für Schutz oder unterstützt das Team mit Spezialfähigkeiten. Dadurch entsteht deutlich mehr taktische Tiefe, als die zunächst recht geradlinige Dino-Ballerei vermuten lässt.
Vor allem im Zusammenspiel macht das Ganze richtig Laune. Die Fähigkeiten der einzelnen Klassen lassen sich miteinander kombinieren und sorgen dafür, dass sich die Spieler gegenseitig ergänzen. Aus der vermeintlich simplen Ballerei wird so schnell ein unterhaltsames Koop-Erlebnis, bei dem es sich durchaus lohnt, die eigenen Aktionen aufeinander abzustimmen.
Wer lieber alleine unterwegs ist, muss allerdings nicht auf das neue Abenteuer verzichten. Turok: Origins lässt sich vollständig im Solo-Modus spielen. Zwar dürfte das Spiel seine Stärken zweifellos im gemeinsamen Kampf mit Freunden ausspielen, trotzdem ist es angenehm, die Wahl zu haben und die gesamte Kampagne bei Bedarf auch alleine erleben zu können.

Third-Person oder Ego-Perspektive
Eine weitere Besonderheit von Turok: Origins ist die freie Wahl der Kameraperspektive. Wer das klassische Shooter-Gefühl bevorzugt, kann das Abenteuer aus der Ego-Perspektive erleben. Alternativ lässt sich jederzeit in die Third-Person-Ansicht wechseln, wodurch das Geschehen deutlich stärker aus der Distanz betrachtet werden kann.
Besonders praktisch: Der Wechsel zwischen beiden Perspektiven funktioniert nahtlos und kann jederzeit während des laufenden Spiels vorgenommen werden. So lässt sich die Ansicht ganz nach den eigenen Vorlieben anpassen – eine angenehm flexible Lösung, die in der Anspielversion bereits sehr sauber umgesetzt wurde.