
Hinter verschlossenen Türen konnten wir auf der gamescom 2026 erstmals selbst Hand an Ace Combat 8 legen und uns einen Eindruck von den kommenden Luftschlachten verschaffen.
Im Rahmen der diesjährigen gamescom haben Project Aces und Bandai Namco den neuesten Ableger der Ace Combat-Reihe vorgestellt. Dabei blieb es allerdings nicht bei einer reinen Präsentation: Neben einem ausführlichen Blick auf das Gameplay konnten wir selbst ins Cockpit steigen und einige Runden mit verschiedenen Kampfflugzeugen drehen.
Für die Anspielsession fiel die Wahl auf zwei ziemlich unterschiedliche Maschinen: die MiG-29A Fulcrum und die A-10 Warthog. Beide Flieger spielen sich spürbar unterschiedlich und boten damit einen guten Eindruck davon, wie abwechslungsreich sich die Luftkämpfe in Ace Combat 8 gestalten können.
Zwei völlig unterschiedliche Flugzeuge im direkten Vergleich
Für die Anspielsession habe ich mich bewusst für zwei Maschinen entschieden, die kaum unterschiedlicher sein könnten: die MiG-29A Fulcrum und die A-10 Warthog. Während die MiG-29A als schneller und wendiger Luftüberlegenheitsjäger bereits nach kurzer Zeit die Schallmauer durchbricht, ist die A-10 deutlich schwerfälliger unterwegs und spielt ihre Stärken vor allem bei Angriffen auf Bodenziele aus.
Der Unterschied macht sich bereits beim Fluggefühl bemerkbar. Die MiG-29A beschleunigt rasant auf Überschallgeschwindigkeit, wobei der typische Überschallknall sowohl auf dem Bildschirm als auch über den Controller der Test-PS5 spürbar vermittelt wird. Die A-10 Warthog geht es dagegen wesentlich gemächlicher an und benötigt aufgrund ihrer Auslegung als Bodenangriffsflugzeug eine völlig andere Herangehensweise.
Trotz der klaren Arcade-Ausrichtung von Ace Combat 8 fühlen sich die beiden Maschinen erstaunlich unterschiedlich an. Mit der MiG-29A lassen sich auch anspruchsvollere Flugmanöver problemlos durchführen. So konnte ich ankommenden Raketen mit schnellen Ausweichmanövern entgehen oder das Flugzeug nahezu senkrecht aufstellen, um einen hinter mir befindlichen Gegner an mir vorbeiziehen zu lassen. Auch das sogenannte Kobra-Manöver war mit der MiG-29A möglich. Mit der deutlich schwereren und langsameren A-10 sind solche Kunststücke naturgemäß nicht in gleichem Maße möglich.
Framerate oder Grafik? Für mich eine klare Entscheidung
Noch bevor es überhaupt zum ersten Luftkampf ging, wartete allerdings eine Entscheidung auf mich, die bei Konsolenspielen mittlerweile fast schon zum Standard gehört: Framerate oder Grafikqualität?
Ganz ehrlich: Ich hasse diese Wahl. Gerade auf einer Konsole möchte ich eigentlich nicht darüber entscheiden müssen, ob ein Spiel besser aussehen oder sich flüssiger spielen soll. Trotzdem bieten inzwischen viele Titel entsprechende Grafikmodi an. Also habe ich während der rund 30-minütigen Anspielzeit selbstverständlich beide Varianten ausprobiert.
Beide Modi sind grundsätzlich gut spielbar. Bei einem derart actionreichen Spiel wie Ace Combat 8 führt für mich allerdings kaum ein Weg am Performance-Modus vorbei. Im Grafikmodus sehen die Flugzeuge, die spektakulären Manöver und insbesondere die Effekte zwar sichtbar besser aus, dafür fühlt sich das Spiel weniger flüssig an.
Besonders deutlich wurde das bei meinem zweiten Einsatz mit der A-10 Warthog. Während mir im Grafikmodus präzise Treffer deutlich schwerer fielen, lief derselbe Flieger im Performance-Modus wesentlich geschmeidiger. Das machte sich nicht nur beim eigentlichen Flug bemerkbar, sondern hatte auch direkten Einfluss auf mein Spielergebnis.
Für mich ist die Entscheidung daher ziemlich eindeutig: Wer Ace Combat 8 möglichst präzise und flüssig spielen möchte, sollte zum Performance-Modus greifen. Die etwas hübschere Optik ist den Verlust an Flüssigkeit gerade bei schnellen Luftkämpfen meiner Meinung nach nicht wert.
Die letzte Hoffnung über den Wolken
Die Geschichte von Ace Combat 8 führt erneut in eine fiktive Welt, in der die Republik Sotoa einen Blitzkrieg gegen die Föderation von Zentral-Usea entfesselt. Innerhalb kürzester Zeit fällt ein großer Teil des Landes in die Hände des Feindes. Als eine der letzten Bastionen der FCU bleibt nur noch der Flugzeugträger Endurance, von dem aus die wenigen verbliebenen Streitkräfte versuchen, den Vormarsch aufzuhalten.
Auch unser eigener Einsatz beginnt alles andere als glamourös. Nachdem der Spieler aus dem Wasser gerettet wurde, schließt er sich der FCU an und wird Teil der sogenannten „Wings of Theve“. Dabei handelt es sich um eine Eliteeinheit aus erfahrenen Piloten, die zur letzten Verteidigungslinie der Föderation werden. Ihr Name geht auf Theve zurück, die Hauptstadt der FCU, die zu diesem Zeitpunkt bereits vom Feind besetzt wurde.
Viel Zeit für eine ausführliche Einführung in die Geschichte blieb während der Anspielsession allerdings nicht. Stattdessen ging es relativ schnell zurück ins Cockpit. Für die Testsession fiel meine Wahl auf den Expertenmodus – schließlich sollte möglichst viel aus der verfügbaren Spielzeit herausgeholt werden. Und wenn schon ausprobieren, dann richtig: möglichst viele Inhalte freischalten und schauen, wie weit sich die Demo treiben lässt.
Freie Mission über den Wolken
Gesagt, getan. Als spielbare Herausforderung stand eine einzelne freie Mission zur Verfügung, die allerdings bereits einiges zu bieten hatte. Im Luftraum rund um Theve warteten zahlreiche Luft- und Bodenziele darauf, ins Visier genommen zu werden. Damit bot die Mission ausreichend Gelegenheit, die verschiedenen Flugzeuge, Waffen und Manöver ausgiebig auszuprobieren.
Gerade die Luftkämpfe machten dabei ordentlich Laune. Zwischen feindlichen Maschinen hindurchzurasen, Raketen im letzten Moment auszuweichen und anschließend selbst zum Angriff überzugehen, vermittelt genau das actionreiche Fluggefühl, für das Ace Combat bekannt ist. Auch einige ziemlich verrückte Manöver ließen sich dabei ausprobieren.
Eine Sache hat während des Fluges allerdings definitiv gefehlt: der VR-Modus. Gerade Ace Combat 7 konnte mit seinem VR-Modus einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen, weshalb ich mir auch für den neuen Ableger eine entsprechende Unterstützung für PSVR2 wünschen würde. Sollte Project Aces diesen Wunsch tatsächlich erfüllen, wäre das für mich vermutlich Grund genug, irgendwann sogar einen Flightstick für die PlayStation anzuschaffen.

Technisch ganz weit vorne und trotzdem herrlich arcadig
Auch technisch hinterlässt Ace Combat 8 einen richtig starken Eindruck. Die Flugzeuge sehen hervorragend aus, die Effekte sorgen für ordentlich Spektakel und vor allem das Fluggefühl stimmt. Die Maschinen reagieren genau so, wie man es von einem actionreichen Luftkampfspiel erwartet, ohne dass dabei jede Bewegung zur komplizierten Wissenschaft wird.
Dass das Spiel dabei auf eine detaillierte Simulation der körperlichen Belastung unserer Piloten verzichtet, ist vermutlich sogar ganz gut. Bei einigen der Manöver, die während der Anspielsession ausprobiert wurden, wäre der Pilot ansonsten vermutlich schon nach wenigen Sekunden aufgrund diverser Körperinhalte ausgefallen, die sich plötzlich nicht mehr dort befinden, wo sie hingehören. lach
Genau diese Freiheit macht den Reiz von Ace Combat 8 aus. Das Spiel sieht mittlerweile fast wie ein hochwertiger Flugsimulator aus, spielt sich glücklicherweise aber weiterhin wie ein zugänglicher Arcade-Actiontitel. Dadurch dürfen auch völlig absurde Flugmanöver ausprobiert und im besten Fall sogar erfolgreich gegen die Gegner eingesetzt werden.
Trotz der Arcade-Ausrichtung fühlen sich die verschiedenen Maschinen nicht wie bloße Skins an. Unterschiede bei Geschwindigkeit, Wendigkeit und Bewaffnung sind deutlich spürbar. Die MiG-29A Fulcrum lässt sich beispielsweise wesentlich agiler durch den Luftraum bewegen, während die A-10 Warthog mit ihrem hohen Gewicht und ihrer starken Bewaffnung eine völlig andere Herangehensweise verlangt.
Unterm Strich ist Ace Combat 8 für mich wieder ganz großes Kino. Das Spiel schafft es, spektakuläre Luftkämpfe zugänglich zu machen, ohne die unterschiedlichen Flugzeuge beliebig wirken zu lassen. Wer schon als Kind davon geträumt hat, einmal selbst einen Kampfjet zu steuern, bekommt hier zumindest virtuell die Gelegenheit dazu.