Tides of Annihilation angespielt: Unser absolutes Highlight der gamescom 2026

Tides of Annihilation auf der Gamescom 2026 spielbar

Die Ritter der Tafelrunde, ägyptische Götter und ein völlig zerstörtes London – Das alleine klingt nach einem wilden Fantasy-Fiebertraum. Nach meiner Anspielsession auf der gamescom 2026 kann ich aber sagen: Genau dieser verrückte Mix hat uns komplett abgeholt und war für uns eines der absoluten Highlights der Messe.

Dann ist es plötzlich vorbei: Nach zwei intensiven und spektakulären Phasen geht der riesige ägyptische Gott Anubis zu Boden. Der Controller wird mit noch immer vor Adrenalin zitternden Händen aus der Hand gelegt – und zurück bleibt vor allem ein Gedanke: Warum darf das hier nicht einfach noch weitergehen? Genau dieses Gefühl ist wohl das beste Kompliment, das eine Demo hinterlassen kann.

Für einen ersten Eindruck reicht die Zeit – für alles, was Tides of Annihilation darüber hinaus zu bieten scheint, bei Weitem nicht.

Düster, mystisch und wunderschön

In Tides of Annihilation ist London längst nicht mehr die Stadt, die wir kennen. Eine mysteriöse Anderswelt hat sich in die Realität geschoben und mit ihr Magie, übernatürliche Kräfte und furchteinflößende Kreaturen. Inmitten dieses Chaos begleiten wir Gwendolyn, die als eine der wenigen Überlebenden nach ihrer Familie sucht. Dass dabei möglicherweise nicht weniger als das Schicksal der gesamten Menschheit auf ihren Schultern liegt, macht ihre Reise umso bedeutender.

Viel mehr lässt sich über die Handlung nach meiner kurzen Anspielzeit allerdings noch nicht verraten. Die Demo setzt ohne große Umwege mitten im Geschehen an und hält sich entsprechend mit Erklärungen zurück. Dafür gibt es umso mehr Gelegenheit, die eigentliche Hauptattraktion von Tides of Annihilation zu bestaunen: seine Welt.

Auf der Suche nach dem mystischen Buch der Toten führt der Weg ausgerechnet ins Britische Museum. Genauer gesagt in dessen altägyptische Ausstellung – und damit an einen Ort, der sich perfekt für den ungewöhnlichen Mix aus modernem London, Fantasy und antiker Mythologie eignet. Was hier auf die Besucher wartet, gehört definitiv zu den eindrucksvollsten Eindrücken der Demo.

Tides of Annihilation sieht immer brachialer aus - game2gether

Die Fantasy bricht wie eine Naturgewalt über das moderne London herein. Zwischen Trümmern schweben riesige Fragmente gotischer Kirchen, während antike Relikte weiterhin hinter ihren Absperrungen stehen – als wäre hier nie etwas passiert.

Genau dieser Kontrast macht Tides of Annihilation für mich so faszinierend. Vertraute Orte treffen auf gewaltige Fantasy-Elemente und erzeugen eine Atmosphäre, die gleichzeitig fremd und erstaunlich vertraut wirkt. Dazu steckt die Welt voller kleiner Details und Lore, die geradezu dazu einladen, jeden Winkel genauer zu erkunden.

Die Ritter der Tafelrunde

Ganz allein muss Gwendolyn ihre Reise allerdings nicht antreten. Im Kampf stehen ihr die legendären Ritter der Tafelrunde aus der Artussage als Spektralgeister zur Seite. Genau diese ungewöhnliche Verbindung bildet das Herzstück des Kampfsystems und sorgt für frischen Wind.

Neben leichten und schweren Angriffen lassen sich die Ritter jederzeit beschwören. Jeweils zwei werden zu einem Set kombiniert, zwischen zwei Sets kann per D-Pad blitzschnell gewechselt werden. So kann ein Duo etwa mit Schwert und Hellebarde ordentlich austeilen, während das zweite Gegner zurückstößt oder kurzzeitig einfriert. Dadurch entsteht ein Kampfsystem, bei dem nicht nur gutes Timing, sondern auch die richtige Kombination der Ritter gefragt ist.

11 Minuten Gameplay zu Tides of Annihilation veröffentlicht - consolewars

Das eigentliche Highlight sind jedoch die mächtigen Spezialangriffe. Sowohl Gwendolyn als auch ihre Ritter verfügen über eigene Ultimates, die sich im Kampf aufladen und mit passenden Tastenkombinationen besonders spektakuläre Manöver entfesseln.

Auf dem Papier klingt das zunächst nach klassischer Action-Kost. In Bewegung greifen die einzelnen Systeme jedoch erstaunlich gut ineinander: Kämpfe sind schnell, wuchtig und sehen gleichzeitig verdammt gut aus. Und dabei konnte die Demo nur einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten geben. Gerade weil kaum Zeit blieb, die verschiedenen Ritter und ihre Synergien wirklich zu meistern, macht das Kampfsystem umso neugieriger darauf, was im fertigen Spiel möglich sein wird.

Auf der Suche nach dem Totenbuch

Bevor die Demo zum großen Finale ansetzt, sorgt ein kleines Rätsel für etwas Abwechslung. Zwei Kugeln mit eingravierten Hieroglyphen müssen richtig ausgerichtet werden, um ein Portal in die Anderswelt zu öffnen. Die passenden Symbole sind dabei in der Umgebung verteilt und lassen sich über kurze Parkour-Passagen erreichen.

Viel Kopfzerbrechen bereitet die Aufgabe zwar nicht, dafür zeigt sie eine weitere Stärke des Spiels: Die Spektralritter sind weit mehr als bloße Kampfgefährten. Auch bei der Erkundung helfen sie weiter. So können sie schwere Kisten anheben, um Gwendolyn den Weg in höher gelegene Bereiche zu ermöglichen, oder kurzerhand brüchige Wände einreißen. Die Ritter sind damit nicht nur im Kampf unverzichtbar, sondern werden auch beim Erkunden der Welt zu nützlichen Begleitern.

So lasset den Kampf beginnen

Dann darf Tides of Annihilation endlich zeigen, was sein Kampfsystem wirklich draufhat. Im Buch der Toten wartet eine magische Arena – und mit Anubis gleich ein Boss, der seinem göttlichen Status alle Ehre macht. Der gigantische Schakalkopf thront über dem Schlachtfeld und macht sofort klar, dass hier nicht mehr mit gewöhnlichen Gegnern zu rechnen ist.

tides-of-annihilation-gamescom-preview

Zunächst bleibt noch etwas Zeit, die erlernten Mechaniken auszuspielen. Doch Anubis zieht schnell das Tempo an: Magische Wände und schützende Priester sorgen dafür, dass einfache Angriffe nicht ausreichen. Nur mit gut getimten Dashes lassen sich die Lücken in den Barrieren durchqueren, um die Priester auszuschalten und den Gott wieder verwundbar zu machen.

In der zweiten Phase eskaliert der Kampf dann komplett. Blitze zucken durch die Arena, Felsbrocken stürzen herab, der Boden bebt und Anubis teleportiert sich ständig an neue Positionen. Trotz des Spektakels bleibt der Kampf jederzeit fair und gut lesbar. Besonders angenehm: Nach der ersten Phase setzt das Spiel einen Checkpoint, sodass ein erneuter Versuch nicht wieder ganz von vorne beginnt.

Der Bosskampf ist damit nicht nur das spektakuläre Finale der Demo, sondern auch ein ziemlich überzeugender Vorgeschmack darauf, wie viel Potenzial im Kampfsystem von Tides of Annihilation steckt.

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