Metro 2039 angespielt: Das beste Metro auf der gamescom 2026

Artwork von Metro 2039 (Bild: 4A Games)

Dunkle Tunnel, knappe Ressourcen und eine Welt am Abgrund: Metro 2039 will die bekannte Formel nicht einfach fortsetzen, sondern an vielen Stellen grundlegend verbessern.

Kaum eine Reihe verbindet eine packende Geschichte und eine bedrückende postapokalyptische Atmosphäre so gut wie Metro. Einen großen Anteil daran haben auch die Romane von Dmitri Gluchowski, deren düstere Welt das Gefühl einer von der Katastrophe gezeichneten Zukunft besonders greifbar macht.

Umso größer war die Freude, als wir auf der gamescom die Gelegenheit bekamen, Metro 2039 ausführlich anzuspielen. Gut eine Stunde konnten wir durch die Demo kämpfen und einen ersten Eindruck vom neuen Teil gewinnen.

So geschmeidig war Metro noch nie

Mit Metro 2039 kehrt 4A Games nach dem vergleichsweise offenen Metro Exodus wieder in die klaustrophobische Welt der Moskauer Metro zurück. Dieses Mal erleben wir die Ereignisse allerdings nicht aus der Perspektive von Artyom. Stattdessen übernimmt Stranger die Hauptrolle und bringt damit eine neue Sichtweise in das bekannte Universum.

Trotzdem verabschiedet sich 4A Games nicht von den Wurzeln der Reihe. Metro 2039 wird durch das neue Gunplay keineswegs zum actiongeladenen Arcade-Shooter. Munition ist weiterhin knapp und sollte nicht leichtfertig verschwendet werden. Wer ohne Atemmaske durch verstrahlte Gebiete läuft, setzt sich außerdem weiterhin einer gefährlichen Strahlung aus. Akrobatische Slides oder permanentes Herumspringen passen ebenfalls nicht zum Spielgefühl.

Stattdessen erweitert 4A Games die taktischen Möglichkeiten. Wir können uns nun gezielt um Ecken lehnen und unsere Waffen mit unterschiedlichen Munitionstypen bestücken. Je nach Gegner kann die Wahl der Munition einen entscheidenden Unterschied machen – ein weiterer Grund, nicht einfach blind den Abzug durchzudrücken.

Schleichen wird zur echten Alternative

Auch wer Gefechten lieber komplett aus dem Weg geht, bekommt mehr Möglichkeiten an die Hand. Wurfmesser und schallgedämpfte Waffen eignen sich hervorragend dafür, Gegner möglichst unauffällig auszuschalten. Gerade in den engen Tunneln kann es sich lohnen, nicht sofort zur Waffe zu greifen, sondern zunächst die Umgebung und die Positionen der Feinde zu analysieren.

Unterstützung bietet dabei das Nachtsichtgerät, das in den besonders dunklen Bereichen für bessere Übersicht sorgt. Dadurch fühlt sich Stealth nicht mehr wie eine bloße Option für besonders vorsichtige Spieler an, sondern entwickelt sich zu einer durchaus reizvollen Alternative zum offenen Feuergefecht.

Mehr Freiheit für neugierige Spieler

Auch beim Pacing macht Metro 2039 einen guten Eindruck. Die Demo wechselte gekonnt zwischen beklemmenden Horror-Abschnitten in den Tunneln und größeren Außenarealen, die zum Erkunden einladen.

Dafür gibt es neue Möglichkeiten: Eine UV-Lampe macht nicht nur Monster sichtbar, sondern enthüllt auch versteckte Hinweise. Mit Sprengladungen und einem Schneidbrenner lassen sich zudem neue Wege und verschlossene Räume öffnen. Auch kleine Geschichten sind in der Umgebung versteckt. So stieß ich beispielsweise auf ein verlassenes Scharfschützennest, das neben etwas Environmental Storytelling auch ein wertvolles Gewehr bereithielt.

Optisch macht Metro 2039 einiges her

Gespielt wurde über GeForce Now auf einer RTX 5080 und damit unter ziemlich optimalen technischen Bedingungen bei stabilen 60 fps.

Trotzdem zeigt Metro 2039 bereits eindrucksvoll, was 4A Games aus der eigenen Engine herausholt. Die Metro-Station aus meiner Demo wirkte unglaublich lebendig, die Gesichtsanimationen überzeugten und besonders das zerstörte Moskau steckt voller kleiner Details. Schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass Metro 2039 auch optisch ein echtes Brett wird.

Außerdem wird Metro 2039 von Beginn an für PS5, Xbox Series X/S und PC entwickelt. Laut 4A Games soll dabei vor allem ein möglichst flüssiges Spielerlebnis zum Launch im Fokus stehen.

Endlich bekommt Metro einen sprechenden Helden

Ein Kritikpunkt, der mich an den bisherigen Metro-Spielen immer gestört hat, scheint mit Metro 2039 ebenfalls Geschichte zu sein: Artyom war außerhalb der Ladebildschirme praktisch stumm. Stranger hingegen spricht ganz normal mit anderen Figuren und verleiht dem Protagonisten dadurch deutlich mehr Persönlichkeit. Ob es neben der englischen auch eine deutsche Sprachausgabe geben wird, ist derzeit noch offen. Die englische Vertonung konnte mich während der Demo allerdings bereits überzeugen.

Eine deutlich düsterere Geschichte

Auch bei der Handlung schlägt Metro 2039 einen wesentlich persönlicheren Ton an. Im Gespräch erklärte mir John Bloch, dass die Geschichte nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 grundlegend überarbeitet wurde.

Statt den Fokus erneut auf die Metro und das Schicksal ihrer Bewohner zu legen, wollte 4A Games eine persönliche Geschichte über die Folgen von Krieg erzählen. Im Mittelpunkt stehen Strangers Vergangenheit, Verluste und seine eigene Mission – und damit vor allem das Schicksal eines einzelnen Menschen.

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