
Nach 13 Jahren wechselt SteamDB den Besitzer. Das bislang vor allem von Mitgründer xPaw betriebene Projekt gehört künftig zu Chosen, dem Unternehmen hinter Nexus Mods.
Was 2013 als gemeinsames Projekt von Pavel „xPaw“ Djundik und Marlamin begann, ist über die Jahre zu einer der wichtigsten Anlaufstellen rund um Steam geworden. SteamDB gehört nicht zu Valve, greift jedoch auf öffentlich zugängliche Daten der Plattform zurück und bereitet diese übersichtlich auf. Spielerzahlen, Preisverläufe und Veröffentlichungstermine gehören ebenso dazu wie detaillierte Informationen zu Builds, Depots, Manifesten und Änderungen an Spielen. Entsprechend wird SteamDB längst nicht mehr nur von Spielern genutzt. Auch Entwickler, Publisher und Medien greifen regelmäßig auf die Datenbank zurück.
Der Erfolg brachte allerdings ein Problem mit sich: Je größer Steam wurde, desto mehr Arbeit fiel auch bei SteamDB an. Nachdem sich Mitgründer Marlamin bereits vor einigen Jahren aus dem Projekt zurückgezogen hatte, kümmerte sich vor allem xPaw um den laufenden Betrieb. Aus einem Nebenprojekt, das ursprünglich aus persönlichem Interesse entstanden war, wurde damit faktisch ein Vollzeitjob. Gleichzeitig wuchs die mentale Belastung. In seiner Ankündigung beschreibt xPaw offen, dass die Situation schließlich in einem Burnout mündete.
Wie viel Geld bei der Übernahme geflossen ist, bleibt unbekannt. Klar ist hingegen, dass xPaw nicht einfach von heute auf morgen verschwindet. Er will den Übergang begleiten und Chosen dabei unterstützen, SteamDB an die neue Situation anzupassen.
Für Nutzer ändert sich zunächst wenig
Wer SteamDB regelmäßig nutzt, muss sich nach der Übernahme zunächst nicht umstellen. Die Plattform bleibt unter ihrem bisherigen Namen bestehen und soll weiterhin unabhängig von Nexus Mods auftreten. Auch technisch bleibt die Nutzung weitgehend unverändert: Ein Konto bei Nexus Mods wird nicht benötigt und die Anmeldung über Steam funktioniert weiterhin wie gewohnt.
Besonders wichtig dürfte für viele Nutzer die Frage nach den Kosten sein. Hier gibt Chosen zunächst Entwarnung: Alles, was bei SteamDB aktuell kostenlos angeboten wird, soll auch weiterhin kostenlos bleiben. Das betrifft ebenso die Browser-Erweiterung. Gleichzeitig schließt der neue Eigentümer nicht aus, einzelne neue Funktionen künftig kostenpflichtig anzubieten.
Ganz ohne neue Einnahmequellen soll das Projekt allerdings nicht auskommen. Chosen sieht unter anderem Partnerschaften, Integrationen und Affiliate-Modelle als mögliche Finanzierungswege. Auf klassische Display-Werbung soll dagegen verzichtet werden. Persönliche Daten sollen ebenfalls nicht verkauft werden. Ausgewertete, anonymisierte Nutzungsdaten könnten allerdings dazu dienen, herauszufinden, welche Funktionen besonders häufig verwendet werden.