Xbox: Halo zu Activision, Ninja Theory vor dem Aus und zweite Entlassungswelle

Xbox-Reset: Halo zu Activision, Ninja Theory vor dem Aus

Microsoft setzt den Umbau seiner Xbox-Studios weiter fort: Halo geht zu Activision, Ninja Theory ist vor dem Aus und eine zweite Entlassungswelle rückt an.

Bei Xbox stehen erneut weitreichende Veränderungen an. Microsoft treibt die Neuausrichtung seiner internen Studios weiter voran und ordnet dabei auch die Zuständigkeiten für bekannte Marken neu. Besonders betroffen ist Halo, das künftig unter veränderten Bedingungen weiterentwickelt werden soll. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie es mit Ninja Theory weitergeht.

Activision übernimmt Verantwortung für Halo und Rare

Insgesamt fallen im Zuge der anstehenden Veränderungen 268 Stellen weg. Betroffen sind unter anderem Halo Studios, weitere First-Party-Entwickler sowie verschiedene Management- und Zentralbereiche. Rechnet man die bereits seit Juli umgesetzten Schritte hinzu, soll damit rund drei Viertel der angekündigten Restrukturierung abgeschlossen sein.

Noch deutlicher wird der Umbau bei der zukünftigen Organisation der Studios. Activision übernimmt künftig die Verantwortung für Rare und World’s Edge und wird außerdem mit der Entwicklung des nächsten Halo betraut. Dafür soll ein eigenes Team entstehen, das organisatorisch unabhängig von der Call of Duty-Entwicklung arbeitet. Bei Halo Studios selbst bleibt lediglich ein kleineres Team bestehen, das sich um die bereits veröffentlichten Spiele und die Community kümmern soll.

Für die Halo-Reihe bedeutet das einen weiteren tiefgreifenden Einschnitt. Nachdem Microsoft bereits 343 Industries in Halo Studios umgewandelt und den Wechsel auf die Unreal Engine vollzogen hatte, wandert die Entwicklung des nächsten Serienteils nun vollständig zu einem anderen Team. Das bisherige Stammstudio ist damit nicht mehr für die Produktion des kommenden Halo verantwortlich.

Auch bei anderen Xbox-Marken setzt Microsoft auf eine stärkere Bündelung. Playground Games und Turn 10 werden zu einem gemeinsamen Studio zusammengeführt, das künftig sowohl für Forza als auch für Fable verantwortlich ist. Microsoft Casual Games wird hingegen von King übernommen. Bethesda erhält zusätzlich die Zuständigkeit für Obsidian. Das bereits im Juli angekündigte neue Fallout von Obsidian soll weiterhin in Zusammenarbeit mit Bethesda Game Studios entstehen.

Ninja Theory droht die Schließung

Während einige Studios innerhalb des Konzerns neu aufgestellt werden, wird die Zukunft anderer Entwickler zunehmend konkreter. Microsoft hatte Anfang Juli im Rahmen des großen Xbox-Umbaus den Abbau von rund 3.200 Arbeitsplätzen angekündigt. Für Compulsion Games und Double Fine war eine Verselbstständigung vorgesehen, während Microsoft für Undead Labs und Ninja Theory nach möglichen Käufern suchte. Bereits zuvor waren Berichte aufgekommen, wonach mehrere kleinere Xbox-Studios vor einem Verkauf oder einer Schließung stehen könnten.

Für Compulsion Games und Double Fine ist inzwischen eine Lösung gefunden. Beide Studios wechselten zusammen mit ihren Marken und Spielekatalogen zu ihren jeweiligen Management-Teams. Auch Undead Labs konnte einen ähnlichen Schritt vollziehen. Das Studio soll State of Decay 3 weiterhin entwickeln und das Spiel gemeinsam mit einem neuen Publisher zum Start im Game Pass veröffentlichen.

Bei Ninja Theory verlief die Suche nach einer Lösung dagegen erfolglos. Zwei geplante Vereinbarungen kamen nicht zustande. Microsoft führt deshalb inzwischen Gespräche über eine mögliche Schließung des Studios. Gleichzeitig sollen weitere Optionen geprüft werden, sodass die endgültige Entscheidung noch aussteht.

Auch bei Arkane Lyon ist die Zukunft noch nicht geklärt. Dort laufen die Gespräche über die weitere Ausrichtung des französischen Studios weiter und sollen bis zum Jahresende fortgesetzt werden.

Der aktuelle Umbau entspricht damit der bereits Ende Juli formulierten Strategie von Microsoft, die eigenen Ressourcen stärker auf etablierte und große Marken zu konzentrieren. Reihen wie Halo, Fallout, Forza und Fable werden organisatorisch enger zusammengeführt, während kleinere Studios entweder aus dem Xbox-Konzern herausgelöst werden oder weiterhin um ihre Zukunft kämpfen.

Zweite Entlassungswelle?

Microsoft könnte in dieser Woche erneut zahlreiche Arbeitsplätze im Gaming-Bereich abbauen. Gleichzeitig soll der Konzern mehrere seiner Spiele-Studios organisatorisch zusammenlegen und bestehende Strukturen weiter reduzieren.

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