
Ubisoft und Microsoft treiben Restrukturierungen voran und bauen zur Kostensenkung Stellen ab.
Laut einem Bericht von Game Developer will Ubisoft bis zu 380 Arbeitsplätze abbauen. Besonders einschneidend ist dabei die Schließung mehrerer Standorte. Betroffen sind unter anderem das Studio im kanadischen Winnipeg, das bislang vor allem an den hauseigenen Spiele-Engines gearbeitet hat, sowie der Standort im serbischen Belgrad, der zahlreiche größere Produktionen unterstützte.
Auch in Barcelona soll Personal reduziert werden, ebenso im Publishing-Bereich des Unternehmens. Der verbleibende Teil des spanischen Teams wird sich künftig vollständig auf die Marke Rainbow Six konzentrieren. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Kosten zu senken und die interne Struktur stärker auf zentrale Marken und neue strategische Prioritäten auszurichten.
Die aktuellen Einschnitte sind Teil einer länger anhaltenden Entwicklung. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Ubisoft mehrere Standorte geschlossen und Personal abgebaut. Der Konzern verfolgt dabei eine Strategie, seine Studios gezielt um wenige, besonders erfolgreiche Marken zu bündeln. Intern wird dieser Kurs jedoch kritisch gesehen – viele Mitarbeitende bezweifeln, dass dadurch tatsächlich ein grundlegender Wandel erreicht wird.
Bezeichnend für die aktuelle Ausrichtung ist auch das Line-up: Als eines der vielversprechendsten Projekte des Jahres gilt ausgerechnet ein Remake von Assassin’s Creed Black Flag.
Microsoft plant weiteren Stellenabbau bei Xbox
Auch bei Microsoft stehen erneut Entlassungen an. Nachdem bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Kürzungen vorgenommen wurden, sollen nun weitere Stellen gestrichen werden. Laut Bloomberg will Xbox-CEO Asha Sharma bereits im kommenden Monat erste Maßnahmen umsetzen.
In einer internen Mitteilung bereitete sie die Belegschaft auf die bevorstehenden Veränderungen vor und sprach offen von schwierigen Zeiten. Die Maßnahmen seien notwendig, um auf sinkende Umsätze zu reagieren und die Sparte neu auszurichten.
Unter dem internen Schlagwort „Xbox Reset“ soll die Gaming-Division grundlegend neu aufgestellt werden. Hintergrund ist unter anderem die Entwicklung der letzten Jahre: Trotz hoher Investitionen ist der Umsatz rückläufig, während eigene Marken nicht ausreichend gestärkt wurden, um im Wettbewerb zu bestehen.
Künftig will Microsoft seine Strategie überdenken – dazu gehört auch eine erneute Neubewertung von Exklusivtiteln. Der Fokus soll stärker auf bekannten, wirtschaftlich erfolgreichen Marken liegen. Eine ähnliche Ausrichtung hatte bereits Ex-Xbox-Chef Phil Spencer angestoßen, wird nun jedoch offenbar konsequenter weitergeführt.
Branche im Wandel
Die Entwicklungen bei Ubisoft und Microsoft zeigen exemplarisch, wie stark sich die Spielebranche aktuell im Umbruch befindet. Steigende Kosten, veränderte Marktbedingungen und wachsender Konkurrenzdruck zwingen selbst große Publisher dazu, ihre Strukturen zu überdenken und sich neu zu positionieren.