
Nach mehr als sechs Jahren bringt Valve wieder neue VR-Hardware unter dem Namen Steam Frame heraus.
Das Steam Frame ist ein kabelloses Headset, auf dem Spiele entweder direkt ausgeführt oder vom PC gestreamt werden können. Auch beim Verkauf geht der Hersteller einen ungewöhnlichen Weg und will damit unter anderem Scalper abschrecken.
Zum Start stehen zwei Speichervarianten zur Auswahl: 256 GB kosten 1.049 Euro, für 1 TB verlangt Valve 1.279 Euro. Abgesehen vom Speicherplatz sind die Modelle identisch ausgestattet.
Als Bonus liegt jedem Headset eine Standalone-Version von Half-Life: Alyx bei. Valve hat den VR-Hit dafür eigens so angepasst, dass er direkt auf dem Steam Frame läuft.
Zubehör kostet extra
Der zunächst erwartete Preis von weniger als 800 Euro beziehungsweise US-Dollar wurde damit deutlich verfehlt. Valve verweist unter anderem auf die angespannte Verfügbarkeit von Speicher, die durch den wachsenden Bedarf von KI-Rechenzentren verschärft wird.
Beim Zubehör zeigt sich Valve ebenfalls sparsam: Ladegerät und Kabel gehören nicht zum Lieferumfang. Ein vorhandenes Steam-Deck-Netzteil oder ein vergleichbares USB-C-Ladegerät kann verwendet werden. Das offizielle Ladegerät kostet 39 Euro.
Weitere Komfortfunktionen sind ebenfalls optional. Das Ergonomie-Kit für rund 69 Euro enthält unter anderem ein zusätzliches Kopfband, Controller-Schlaufen und ein Nasenstück gegen Lichteinfall. Ein Ersatzteil-Set mit Gesichtspolster, Kopfpolsterung und Lichtblocker kostet 59 Euro.
Kompatibel sind außerdem Korrekturgläser von Zenni sowie die Arcturus Vision Camera. Letztere wird am Nasensteg angebracht und ermöglicht Farb-Passthrough für Mixed Reality. Ohne die Kamera zeigt das Headset die Umgebung lediglich in Schwarz-Weiß.
Für besonders intensive Nutzung plant Valve darüber hinaus ein modulares Enthusiast-Kit. Es soll unter anderem ein anderes Kopfband und eine verbesserte Audiolösung bieten. Außerdem lässt sich ein zweiter Akku ergänzen, wodurch sich die Laufzeit verdoppeln soll. Auch schwebende Lautsprecher nach dem Vorbild der Valve-Index-Lautsprecher sind vorgesehen. Preis und Erscheinungstermin stehen noch nicht fest.
Kabelloses Streaming und Foveated Streaming
Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 8 Gen 3 mit 16 GB RAM und einer VR-Variante von SteamOS. Ein eigener 6-GHz-Funkadapter sorgt bei der Übertragung vom PC für geringe Latenzen, ohne dass eine komplizierte Netzwerkkonfiguration nötig ist.
Auch klassische Steam-Spiele lassen sich per Streaming auf einer großen virtuellen Leinwand spielen. Mit dem Programm „Verified for Steam Frame“ kennzeichnet Valve Titel, die für das Headset entsprechend optimiert sind.
Für die Bildübertragung nutzt das Steam Frame zwei Eye-Tracking-Kameras. Sie erkennen, wohin der Nutzer blickt, und ermöglichen sogenanntes Foveated Streaming: Die betrachteten Bildbereiche werden mit höherer Qualität übertragen, während weniger wichtige Bereiche weniger Bandbreite benötigen.
Die beiden LC-Displays bieten jeweils 2.160 × 2.160 Pixel und eine Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz. Damit bewegt sich das Steam Frame bei den grundlegenden Displaydaten auf einem ähnlichen Niveau wie die Meta Quest 3.
Nach dem erfolgreichen Steam Deck erweitert das Steam Frame damit Valves moderne Hardware-Aufstellung.