Fortnite: Der Linux-Client ist da

Epic Games: Fortnite kommt für Linux, Easy Anti-Cheat wird überarbeitet

Epic Games öffnet sich zunehmend für Linux: Neben einem überarbeiteten Launcher soll künftig auch Fortnite auf dem Betriebssystem spielbar werden.

Epic Games hat eine überarbeitete Version seines Launchers veröffentlicht. Die neue Ausgabe steht zunächst als Preview bereit und wurde technisch sowie funktional grundlegend überarbeitet. Neben kürzeren Ladezeiten und neuen Funktionen gibt es erstmals auch einen nativen Linux-Client. Außerdem soll Fortnite künftig unter Linux spielbar werden.

Neuer Epic Games Launcher mit kürzeren Ladezeiten

Mit der Neuauflage verspricht Epic Games einen schnelleren Start des Launchers. Die Ladezeit beim Öffnen soll um knapp 50 Prozent sinken. Auch der Aufruf über das Tray-Symbol wurde beschleunigt.

Zusätzlich hat Epic die Benutzeroberfläche überarbeitet. Dazu gehören eine verbesserte Verwaltung der Spielebibliothek, eine optimierte Suchfunktion und mehr Möglichkeiten zur individuellen Anpassung. Für die Kommunikation mit Freunden steht außerdem ein integrierter Voice-Chat zur Verfügung.

Eine wesentliche Neuerung betrifft Linux: Bisher mussten Spieler auf Umwege wie Wine und Proton oder auf Lösungen von Drittanbietern zurückgreifen, um den Windows-Launcher unter Linux zu nutzen. Mit dem nativen Client entfällt diese Hürde. Die Preview und weitere Informationen stellt Epic Games auf einer eigenen Website bereit.

Fortnite soll auf Linux spielbar werden

Auch bei Fortnite zeichnet sich ein Wandel ab. Epic Games plant, den beliebten Shooter künftig für Linux verfügbar zu machen. Bislang verweigerte das Unternehmen die Unterstützung, obwohl das eigene Anti-Cheat-System Easy Anti-Cheat grundsätzlich auch unter Linux eingesetzt werden kann.

Als Grund für die bisherige Zurückhaltung galt das Sicherheitsniveau. Unter Linux arbeitet Easy Anti-Cheat bislang nicht auf Kernel-Ebene wie unter Windows. Die wachsende Bedeutung von Linux im Gaming-Bereich dürfte Epic nun dazu bewegen, die technischen Voraussetzungen zu verbessern.

Dafür entwickelt das Unternehmen eine neue Version seines Anti-Cheat-Systems.

Easy Anti-Cheat v2 soll Linux sicherer machen

Für die Umsetzung von Easy Anti-Cheat v2 möchte Epic Games mit verschiedenen Linux-Distributionen und Valve zusammenarbeiten. Dadurch soll unter anderem die Kompatibilität mit Geräten wie dem Steam Deck und der Steam Machine verbessert werden.

Die Entwickler wollen vorhandene Sicherheitsfunktionen von Linux nutzen. Dazu zählen signierte Kernel und Kernel-Module sowie Secure Boot. Ergänzend sollen weitere Mechanismen zur Überprüfung der Systemintegrität und zur Erkennung von Cheating zum Einsatz kommen.

Vor der ersten Nutzung müssen Spieler einen Systemdienst auf Basis von systemd installieren. Spiele, die bereits die bisherige Easy-Anti-Cheat-Version verwenden, sollen zudem auswählen können, ob sie bei der alten Implementierung bleiben oder auf Version 2 wechseln.

Zunächst soll Easy Anti-Cheat v2 in Fortnite zum Einsatz kommen. Epic Games möchte damit praktische Erfahrungen sammeln, bevor die neue Version weiteren Spieleentwicklern zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig ruft das Unternehmen die Verantwortlichen von Linux-Distributionen dazu auf, Kontakt aufzunehmen und bei der Weiterentwicklung mitzuarbeiten.

Die Review des neuen Epic Games Launchers.

Fortnite kommt für Linux

Überraschend für viele (Linux-)Nutzer dürfte auch die Ankündigung seitens Epic Games sein, dass Fortnite für Linux kommen wird. Lange Zeit hatten sich die Entwickler vor der Kompatibilität gedrückt, obwohl der hauseigene Easy Anti-Cheat auch für Linux zu haben war.

Die offizielle Begründung für die Nicht-Nutzung war bislang, dass die Stufe der Absicherung nicht an die unter Windows heranreicht, da der Anti-Cheat unter Linux nicht auf Kernel-Level läuft. Doch der durch Valve bedingte Erfolg von Linux im Gaming-Sektor dürfte Epic Games hier motiviert haben, nachzubessern.

Wenig verwunderlich wurde auch eine Überarbeitung von Easy Anti-Cheat angekündigt. Nach dessen Umsetzung heißt es Leinen los für Fortnite auf dem freien Betriebssystem.

Easy Anti-Cheat – v2

Für die Umsetzung der neuen Anti-Cheat-Version will Epic Games mit mehreren Distributionen zusammenarbeiten. Dabei arbeitet das Entwicklerteam auch mit Valve zusammen, um Steam-Hardware wie Steam Deck und Steam Machine (Test) bestmöglich zu unterstützen.

Wie das Ganze nun umgesetzt werden soll, offenbart Epic Games bereits in einem aktuellen Blogeintrag. Die Entwickler wollen auf bereits vorhandene Werkzeuge und Möglichkeiten zurückgreifen. Dazu zählen unter anderem ein signierter Kernel, signierte Kernel-Module und Secure Boot. Spieler werden vor der ersten Nutzung dazu angewiesen, einen Systemd-Service zu installieren. Spiele, welche bereits das alte Anti-Cheat integriert haben, werden die Möglichkeit erhalten zu wählen, ob sie die bisherige Implementierung oder die neue v2 nutzen möchten.

For EAC Linux v2 […] we’ll take full advantage of existing Linux platform security features like measured boot, the kernel lockdown LSM, and IOMMU support, plus our own eBPF logic to maintain integrity and detect cheaters.

EAC Linux v2 wird zuerst in Fortnite erscheinen und Epic Games will damit Erfahrungen sammeln, bevor es weiteren Spiele-Entwicklern zur Verfügung gestellt wird. Daneben rufen die Entwickler Maintainer von Linux-Distributionen auf, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.