
Das Ende der Internationale Computerspielesammlung entfacht erneut die Debatte über den langfristigen Erhalt von Videospielen.
Die Internationale Computerspielesammlung (ICS), eines der größten öffentlich zugänglichen Archive für Videospiele weltweit, steht vor dem Aus. Nachdem die staatliche Förderung Ende April ausgelaufen ist und keine Anschlussfinanzierung bewilligt wurde, beschlossen die beteiligten Gesellschafter einstimmig die Auflösung des Projekts.
Seit der Gründung im Jahr 2012 hatte die Sammlung mehr als 60.000 Spiele auf unterschiedlichsten Datenträgern zusammengetragen – von Modulen über Disketten bis hin zu CDs, DVDs und Blu-rays. Ergänzt wurde das Archiv durch Verpackungen, Handbücher und Hardware. Zu den beteiligten Institutionen gehörten unter anderem die USK, das Computerspielemuseum Berlin, der Branchenverband game sowie die Universität Potsdam.
Der öffentliche Online-Katalog, der 2019 gestartet ist und zehntausende Einträge umfasst, könnte ebenfalls vor einer ungewissen Zukunft stehen. Zwar bleiben die physischen Bestände bei den jeweiligen Einrichtungen erhalten, doch wie es mit der gemeinsamen Datenbank und ihrer technischen Infrastruktur weitergeht, wird derzeit geprüft.
Insgesamt standen rund 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Das zuständige Bundesministerium kam jedoch zu dem Ergebnis, dass eine dauerhafte Finanzierung angesichts des Umfangs wirtschaftlich nicht tragfähig sei.
Die Schließung fällt in eine Phase, in der das Thema Spieleerhalt wieder stärker in den Fokus rückt. So hat Sony kürzlich angekündigt, die Produktion physischer PlayStation-Spiele ab 2028 einzustellen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass viele ältere Titel heute kaum noch regulär verfügbar sind.
Damit verdeutlicht das Ende der ICS einmal mehr die wachsenden Herausforderungen beim langfristigen Erhalt digitaler Spiele und ihres kulturellen Erbes.
Quelle: tomshardware